Mobbing am Arbeitsplatz - das müsst ihr wissen!
- Lukas Büllmann

- 3. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Juli

Vorgehensweise bei Mobbing am Arbeitsplatz - ein Beitrag von Lukas Büllmann
Bei der Arbeit treffen Menschen mit verschiedenen Meinungen und Charakteren aufeinander. Das es da zu Meinungsverschiedenheiten kommt, ist im Prinzip vorprogrammiert. Doch aus harmlosen Späßen oder Kritik kann auch dauerhaftes Mobbing werden. Die Grenze dazu ist schnell überschritten. In diesem Beitrag erkläre ich euch, was Mobbing am Arbeitsplatz ist und wie ihr euch dagegen wehren könnt.
Mobbing am Arbeitsplatz ist weit verbreitet. Fast jeder dritte gab 2024 an, mindestens einmal in seinem Berufsleben mit Mobbing konfrontiert gewesen zu sein. Ich selbst war eine gewisse Zeit auch Opfer von Mobbing bei der Arbeit und kenne mich deshalb gut mit dieser Thematik aus.
Wir müssen klarstellen: eine kritische Meinungsäußerung oder einmalig vorkommende verbale Entgleisungen sind nicht gleich als Mobbing zu werten. Von Mobbing ist erst dann die Rede, wenn das Verhalten systematisch und über einen längeren Zeitraum besteht und wiederkehrend ist.
Mobbing selbst ist im Gesetzbuch nicht als Straftat aufgelistet. Es kann aber viele Straftaten beinhalten: wie z.B Beleidigung, Nötigung, Drohung, oder sogar Handgreiflichkeiten (Körperverletzung). Natürlich kann man derartige Vorfälle zur Anzeige bringen. Dies kann die Situation jedoch verschlimmern und das Arbeitsverhältnis noch mehr schädigen. Eine polizeiliche Anzeige sollte daher nur im Notfall in Betracht gezogen werden. Besser ist es, erstmal das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen und die Situation zu schildern. Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, solche Meldungen ernst zu nehmen, Mobbing zu bekämpfen und für eine friedliche Arbeitsatmosphäre zu sorgen. Kommt der Arbeitgeber dem nicht nach oder duldet Mobbing sogar, verletzt er seine Fürsorgepflicht. Manchmal kann es auch helfen, die betroffene Person persönlich auf sein Fehlverhalten anzusprechen. Einigen ist gar nicht bewusst, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist und sehen es erst dann ein, wenn sie damit konfrontiert werden. Zu einem klärenden Gespräch kann natürlich auch der Chef hinzugezogen werden. Wenn das nichts bringt, sollte man zunächst versuchen, dem Mobber aus dem Weg zu gehen bzw. den Kontakt auf das Nötigste zu begrenzen. Je weniger Kontakt man mit dem Mobber zulässt, umso weniger hat dieser die Möglichkeit, Mobbing-Aktionen zu starten. Ich verstehe, dass es oft schwer ist, den Kontakt zu reduzieren, vor allem dann, wenn man zusammen arbeitet und sich oft über den Weg läuft. Dann kann es auch helfen, ruhig zu bleiben, Beleidigungen gar nicht an sich ran zu lassen, denjenigen ignorieren und nicht mit ihm reden. In einigen Fällen verliert der Mobber dadurch irgendwann die Lust, neue Aktionen zu starten und die Situation legt sich. Man sollte auf keinen Fall auf Beleidigungen oder abwertende Äußerungen eingehen. Dadurch fühlt sich der Mobber bestätigt und startet meist neue Aktionen. Habt auch keine Scheu davor, euch anderen Arbeitskollegen anzuvertrauen, die auf eurer Seite sind und euch evtl. helfen, das Mobbing zu bekämpfen. Dies führt vor allem dann zum Erfolg, wenn der Mobber alleine ist.
Wenn das alles nichts bringt und auch vom Arbeitgeber keine Unterstützung zu erwarten ist, sollte man in Betracht ziehen, die Arbeitsstelle zu kündigen und den Mobber bei der Polizei anzuzeigen. Das Arbeitsamt darf keine Sperrfrist verhängen, wenn man nachweisen kann, dass Mobbing der Kündigungsgrund war und man Geschädigter ist. Eventuelle Schadensersatzansprüche stehen einem auch zu, insofern die Mobbing-Straftaten nachgewiesen werden können und man einen psychischen Schaden davongetragen hat (was nicht selten ist). Deshalb ist es wichtig, ein Mobbing-Tagebuch zu führen und jeden einzelnen Vorfall genau mit Datum und Uhrzeit zu dokumentieren. So fällt es den Ermittlungsbehörden leichter, das Geschehen zu rekonstruieren und den Beschuldigten zu überführen.
Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch weiterhelfen. Ich wünsche euch allen, dass ihr niemals Opfer von Mobbing werdet und in Ruhe arbeiten könnt. Gerne könnt ihr mich auch kontaktieren, wenn ihr hilft braucht. Ich stehe in gutem Kontakt zu Polizisten und es ist mir eine Ehre, gegen Mobbing und psychische Gewalt anzukämpfen.
Meine Kontaktdaten:
Lukas Büllmann
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Kleine Ergänzung: es gibt auch verschiedene Arten von Mobbing. Manchmal ist der Arbeitgeber selbst der Täter. In diesem Fall ist es ratsam, sich an den Betriebsrat zu wenden (insofern vorhanden). Alle Mobber haben meist das gleiche Ziel: Dem Opfer zu schaden und aus der Arbeitsstelle zu vertreiben. Das muss sich niemand gefallen lassen.
Mobbing am Arbeitsplatz darf nicht sein, weil die Arbeit dann auch keinen Spaß mehr macht. Es ist genau wie in der Schule.