Getrud-Luckner-Realschule Rheinfelden

14. Oktober 2019: ein unvergessliches Erlebnis an der GLRS Rheinfelden (7 Jahre später)
Am 14.10.2019 (bald vor 7 Jahren) gab es an meiner damaligen Schule, der Gertrud-Luckner-Realschule einen besonderen Vorfall, der mir bis heute im Gedächtnis blieb. Ich hatte mich damals schon seit Beginn des Jahres 2019 in diesen Mitschüler aus einer anderen Klasse verliebt und mich im Oktober schließlich dazu entschieden, meine Verliebtheit zu dieser Person in Form eines Liebesbriefes aufzudecken. Bereits in der ersten Oktober-Woche hatte ich einen Liebesbrief geschrieben, in dem ich meine Gefühle gegenüber dem besagten Mitschüler zusammengefasst habe. Ich habe diesen Brief in der Woche vor dem Ereignis einem Kollegen gegeben, der in derselben Klasse ist wie er. Er sollte ihm dieses Schreiben heimlich zustecken. Ich wusste damals, dass dies zu Problemen führen könnte, aber ich wollte es in Kauf nehmen, da ich mich wegen der Verliebtheit kaum noch auf die Schule konzentrieren konnte. Es stellte sich später als einer meiner größten Fehlentscheidungen in meiner gesamten Schullaufbahn heraus. Einige Tage zögerten wir. Es kam nie der „richtige Moment“ um demjenigen das Schreiben zuzustecken - bis zum Montag, dem 14. Oktober. Es war die zweite große Paus, zwischen 10.50 und 11.10 Uhr. Derjenige, in den ich verliebt war, hat meinen Liebesbrief in die Hände bekommen. Ich weiß nicht mehr genau wie, aber ich habe nur von Weitem gesehen, wie er auf dem Pausenhof stand und den Brief gelesen hat. In diesem Moment wurde mir klar, dass es jetzt kein zurück mehr gibt. Daraufhin bin ich von dem Pausenhof in den 3. Stock zur Schulbibliothek geflüchtet. Dort habe ich mich mit zwei Freunden unterhalten, wie ich mich jetzt am Besten verhalten sollte. Die Aufregung in diesem Moment war unbeschreiblich. Mein Adrenalinpegel war am Limit. Ich habe gewartet, bis die Pause vorbei war. Als es geklingelt hat, bin ich die Treppe runter und im 2. Stock auf denjenigen getroffen. Er hat mich direkt zur Rede gestellt und Worte gesagt wie: „Du“ „Ernsthaft“ „Was soll das!“
Daraufhin habe ich mich entschuldigt und die Situation erklärt. Anschließend bin ich in Richtung Klassenzimmer gegangen, wo dann auch meine Klassenlehrerin gekommen ist und die Tür für uns aufgeschlossen hatte. Nach diesem ganzen Stress musste ich auch noch einen Vokabeltest schreiben, den ich total versammelt habe. Ich war total in Stress und Aufregung wie selten zuvor. Bis zum Schulschluss um 12.40 Uhr passierte aber zum Glück nichts mehr. Später am Nachmittag hatte ich noch Sportunterricht bei Herrn Schulze. Da hat aber noch niemand aus meiner Klasse von diesem Vorfall gewusst. Den restlichen Tag hatte ich aber ein positives Gefühl, weil ich die Sache endlich aufgedeckt habe. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, das Thema sei damit erledigt. Doch was am nächsten Tag geschah, schlug dem bekannten Fass den Boden aus!
Dienstag, 15.10.2019
Die eigentliche Katastrophe geschah erst an diesem Tag. Alles begann normal. Ich bin mit dem Bus zur Schule gefahren und in den Unterricht gestartet. In der 1. oder 2. Pause kam derjenige, in den ich verliebt war mit ein paar Klassenkameraden zu mir als ich mit meiner Klasse vor dem Klassenzimmer auf den Lehrer gewartet habe. Sie haben mich darauf angesprochen und es fielen auch beleidigende Worte. Das war der Moment, in dem meine Klasse davon erfuhr, was mir sehr unangenehm war. Doch es wurde noch schlimmer: Nach dem Unterrichtsschluss der 9. Stunde (um 15.30 Uhr) hat er zusammen mit seinen Klassenkameraden mich vor der Toilette abgepasst und geschlagen, geschupst und beleidigt. Ich bin total in Panik geraten und war fassungslos zugleich. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt! Ich bin in Tränen aus dem Schulgebäude gerannt und zum Busbahnhof gelaufen. Die Angst und Panik an diesem Abend war unbegreiflich. Ich konnte in der Nacht zum Mittwoch kaum schlafen. Deshalb habe ich mich am Mittwoch, dem 16.Oktober 2019 krank gemeldet. Das war übrigens der Geburtstag von Demjenigen, in den ich verliebt war, wie ich es später herausbekommen habe. Zu dieser Zeit war das Ganze in der Schule in einigen Klassen wahrscheinlich schon publik. Am Donnerstag, dem 17. Oktober 2019 bin ich mit einem unguten Gefühl zur Schule gegangen und hatte die folgenden Wochen Angstzustände entwickelt, weil ich immer damit rechnen muss, dass irgendetwas passiert. Ich habe mich in der Schule nicht mehr sicher gefühlt und mich in jeder Pause versteckt und den Kontakt zu der betroffenen Person gemieden. Von demjenigen, in den ich verliebt war, habe ich vorerst nichts mehr gehört. Ein paar Wochen später (Anfang/Mitte November) hatte ich noch ein Gespräch mit der Klassenlehrerin von ihm, da die Sache auch ihr bekannt geworden war. Ich habe mich über den tätlichen Angriff beschwert. Die Lehrerin war zum Glück sehr unvoreingenommen und hat sich auch meine Sicht der Dinge angehört. Wenige Tage später hat sie dann mit den betroffenen Schülern das Gespräch gesucht und eine weitere Woche später kam tatsächlich eine Entschuldigung, was ich echt nicht erwartet hätte. Dann konnte ich mit der Sache größtenteils abschließen. Doch der bereits entstandene Schaden blieb noch bestehen.
Ich werde zum Teil heute noch von Leuten aus meiner damaligen Schulzeit deswegen angesprochen. Sie haben es nicht vergessen. Genauso wenig werde ich es vergessen. Selbst ein Arbeitskollege von meiner jetzigen Arbeitsstelle wusste darüber Bescheid. Wenn ich denjenigen heute in der Stadt sehe, werde ich oft mit einem bösen Blick angeschaut.
Ich werde den 14. Oktober 2019 nicht vergessen. Ein Tag, der mich bis heute geprägt hat. Einer der schlimmsten Tage in meiner gesamten Schulzeit - gefolgt von schweren Wochen. Von dort an hat sich meine Art, mit persönlichen/privaten Daten umzugehen geändert, was wahrscheinlich auch besser so ist. Seit dem habe ich alles mögliche getan, um sicher zu gehen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.
Doch die Reaktion des anderen darauf beschäftigt mich manchmal immer noch. Auf der einen Seite ist es verständlich, auf der anderen Seite aber auch nicht. Was ist eure Meinung dazu? Ich gebe zu, dass ich mich vielleicht auch nicht korrekt verhalten habe. Aber muss man so reagieren?
Übrigens: Danke an alle, die mir damals an diesem Tag geholfen haben und mich in den schwierigen Wochen danach unterstützt haben. Ich werde das nicht vergessen.
Bilder vom Oktober 2019, wenige Tage vor dem Ereignis






Meine Schulzeit an der GLRS Rheinfelden: eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen
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